Ansichten der Schlacht bei Schöngrabern 1805

Die Fotos zeigen, wo die im Roman 'Krieg und Frieden' von Leo Tolstoy beschriebenen Szenen stattgefunden haben.

Seitenangaben der der Zitate beziehen sich auf die EPUB Ausgabe des Romans. Die Beschreibung der Schlacht reicht von Seite 279 bis Seite 325.

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Schlacht bei Schöngrabern Hollabrunn 1805 auf einer größeren Karte anzeigen

Tuschkins Batterie

Ansicht von der Seite der Russen (N - S). Das Bild ist in etwa am Standpunkt von Tuschkins Batterie aufgenommen. Im Zentrm des Bildes die Kirche von Schöngrabern. In ca. 300m Entfernung verläuft ein Graben mit einem Bach quer zur Blickrichtung. In diesem Graben fand ein Grossteil der beschriebenen Gefechte statt. Die Strasse auf der linken Seite führt nach Grund, dem Hauptquartier der Russen.

Tuschkins Batterie

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S287ff
Nachdem Fürst Andrei die ganze Truppenlinie vom rechten bis zum linken Flügel abgeritten hatte, ritt er zu der Batterie hinauf, von der man nach der Angabe des Stabsoffiziers das ganze Terrain überblicken konnte. Hier stieg er vom Pferd und blieb bei dem letzten der vier abgeprotzten Geschütze stehen. Vor den Geschützen ging ein Artillerist als Wachtposten auf und ab; er wollte vor dem Offizier Front machen und salutieren; aber auf ein ihm von diesem gegebenes Zeichen nahm er seine gleichmäßige, langweilige Wanderung wieder auf. Hinter den Geschützen standen die Protzkästen; noch weiter zurück sah man die Biwakfeuer der Artilleristen und die Pferde, die an Seilen angebunden waren, welche zwischen eingegrabenen Pfählen gespannt waren. Links, nicht weit von dem letzten Geschütz, befand sich eine neue, aus Baumzweigen geflochtene Hütte, aus der ein lebhaftes Gespräch mehrerer Offiziere zu hören war.
Oben bei der Batterie erschloß sich in der Tat eine weite Umsicht: man übersah fast die gesamte Stellung der russischen Truppen und einen großen Teil der feindlichen Stellung. Der Batterie gerade gegenüber, am oberen Saum der gegenüberliegenden Anhöhe, war das Dorf Schöngrabern sichtbar; links und rechts davon konnte man an drei Stellen, inmitten rauchender Lagerfeuer, Abteilungen französischer Truppen erkennen, während die Hauptmasse sich offenbar im Dorf selbst und jenseits des Berges befand. Links vom Dorf, in dem Rauch, schien etwas zu sein, was wie eine Batterie aussah; aber mit bloßem Auge war es nicht mit Sicherheit zu erkennen. Unser rechter Flügel war auf einer ziemlich steilen Anhöhe postiert, von wo aus er die französische Stellung beherrschte ...

S313ff
Tuschins Batterie war vergessen worden, und erst ganz am Ende des Kampfes schickte Fürst Bagration, als er die noch immer fortdauernde Kanonade im Zentrum hörte, den Stabsoffizier du jour und dann den Fürsten Andrei hin, mit dem Befehl an die Batterie, sie solle sich so schnell wie möglich zurückziehen. Die Bedeckung, die bei Tuschins Kanonen gestanden hatte, war mitten im Kampf auf irgend jemandes Befehl hin abmarschiert; aber die Batterie fuhr fort zu feuern und wurde nur deswegen von den Franzosen nicht genommen, weil der Feind nicht annehmen konnte, daß da vier völlig ungeschützte Kanonen die Dreistigkeit haben könnten, ihn so lange zu beschießen. Wegen der energischen Tätigkeit dieser Batterie war der Feind vielmehr des Glaubens, hier im Zentrum seien die Hauptstreitkräfte der Russen konzentriert, und versuchte zweimal diesen Punkt anzugreifen, wurde aber beidemal durch das Kartätschenfeuer der auf dieser Anhöhe vereinsamt dastehenden vier Geschütze zurückgetrieben

Fürst Bagration am rechten Flügel der Russen

Ansicht von der Seite der Russen (N - S). Hinter dem Kreuz ist die Kirche von Schöngrabern zu erkennen. Der Graben in dem die Kämpfe stattfanden liegt gerade voraus ist aber kaum zu erkennen.

Rechter Flügel der Russen

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Ansicht von der Seite der Russen (N - S). Im Vordergrund ist der Abhang zu erkennen den die Russen hinabstürmen. Die Bäume markieren einen kleinen Bach der im Buch beschrieben ist. Links im Hintergrund die Häuser und Kirche von Schöngrabern.

Rechter Flügel der Russen

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S298ff
Nachdem Fürst Bagration zu dem höchsten Punkt unseres rechten Flügels hinaufgeritten war, ritt er wieder bergab, nach der Gegend hin, aus der das unaufhörliche Knattern des Infanteriefeuers zu hören war, wo man aber vor Pulverrauch nichts sehen konnte. Je näher sie beim Hinabreiten der Sohle des Tales kamen, um so weniger konnten sie sehen, aber um so stärker machte sich die Nähe des eigentlichen Schlachtfeldes bemerkbar. Verwundete kamen ihnen entgegen. Einen derselben, mit blutigem Kopf, ohne Mütze, hatten zwei Soldaten unter die Arme gefaßt und schleppten ihn so weiter; er röchelte und spuckte Blut; die Kugel hatte ihn offenbar in den Mund oder in die Kehle getroffen. Ein andrer, der ihnen begegnete, ging tapferen Mutes allein, ohne Gewehr; er stöhnte laut und schwenkte vor unerträglichem Schmerz den Arm, aus dem das Blut wie aus einer Flasche auf seinen Mantel floß; seine Miene war mehr erschrocken als leidend; er war erst eine Minute vorher verwundet worden. Sie ritten quer über einen Fahrweg und nun steil den Abhang hinunter; auf dem Abhang sahen sie eine Anzahl von menschlichen Körpern liegen. Es begegnete ihnen ein Haufe Soldaten, unter denen sich auch Unverwundete befanden; die Soldaten gingen, schwer atmend, bergauf; ohne sich um den General zu kümmern, redeten sie laut miteinander und ließen die Arme schlenkern. Geradeaus, in dem Pulverrauch, wurden nun schon Reihen von grauen Mänteln sichtbar, und ein Offizier lief, als er Bagration erblickte, schreiend jenem abziehenden Soldatenhaufen nach und befahl den Leuten umzukehren. Bagration ritt an die Reihen heran, in denen bald hier, bald dort Schüsse knallten, von denen jedes Gespräch und selbst die Kommandorufe übertönt wurden. Die ganze Luft war dick von Pulverrauch. Alle Soldaten hatten rauchgeschwärzte, erregte Gesichter. Einige von ihnen stampften mit den Ladestöcken die Ladung in die Läufe; andere schütteten Pulver auf die Pfannen und holten Patronen aus den Patronentaschen...

Kampf und Rückzug am linken Flügel der Russen

Ansicht von der Seite der Russen (N - S). Der im Buch beschriebene Wald existiert nicht mehr. Rechts im Hintergrund die Häuser und Kirche von Schöngrabern.

Rechter Flügel der Russen

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S305ff
Das Kommando über den linken Flügel stand nach dem Dienstalter dem Kommandeur eben jenes Regimentes zu, welches bei Braunau von Kutusow besichtigt worden war und in welchem Dolochow als Gemeiner diente. Das Kommando über den äußersten Teil des linken Flügels war dem Kommandeur des Pawlograder Regimentes zugefallen, bei welchem Rostow stand. Hieraus ergaben sich arge Mißhelligkeiten. Die beiden Kommandeure befanden sich in sehr gereizter Stimmung gegeneinander, und zu der Zeit, als auf dem rechten Flügel der Artilleriekampf schon längst im Gange war und die französische Infanterie bereits zum Angriff vorrückte, waren diese beiden Kommandeure in einem Wortwechsel begriffen, dessen Zweck war, einander zu beleidigen. Ihre Regimenter aber, sowohl das Kavallerieregiment als auch das Infanterieregiment, waren für den bevorstehenden Kampf sehr wenig vorbereitet. Die Angehörigen dieser Regimenter, vom Gemeinen bis zum General, erwarteten keinen Kampf und beschäftigten sich in aller Seelenruhe mit friedlichen Dingen: die Kavallerie mit dem Füttern der Pferde, die Infanterie mit der Beschaffung von Brennholz.»Er ist ja allerdings im Rang über mir«, sagte der deutsche Husarenoberst, vor Erregung errötend, zu dem Adjutanten, den der Infanteriegeneral zu ihm geschickt hatte. »Also mag er seinerseits tun, was er will. Aber meine Husaren kann ich nicht aufopfern. Trompeter! Blase zum Rückzug!«Aber die Sache wurde brenzlig. Kanonenschüsse und Gewehrfeuer donnerten...

Ansichten von der Seite der Franzosen

Linker Rand von Schöngrabern aus Sicht der Franzosen. (S - N)

Linker Rand von Schöngrabern

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Linker Rand von Schöngrabern aus Sicht der Franzosen. Etwas weiter in Richtung der Russischen Stellungen. (S - N). Die Bäume markieren den Verlauf des Baches, bei dem es zum Zusammentreffen der feindlichen Truppen kam. In der Mitte des Bildes, unterhalb der Kirche mit den zwei Türmen (Wullersdorf), muss die Batterie von Tuschkin gestanden haben. Die Häuser und die Kirche am rechten Rand gehören zu Schöngrabern.

Linker Rand von Schöngrabern

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Linker Rand von Schöngrabern aus Sicht der Franzosen (S - N). Hier sind die Franzosen den Russen entgegengestürmt. Am gegenüberiegenden Hügel waren die Russischen Einheiten stationiert.

Linker Rand von Schöngrabern

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Links

Wikipedia: Schlacht bei Hollabrunn und Schöngrabern

Napoleon Miniatures Wargame Society of Toronto: Schöngrabern : November 16, 1805

Hawks Online Gaming Club: The Battle of Schöngrabern 16 November, 1805

mobileread: Krieg und Frieden. Gemeinfreie Ausgabe. EPUB